Wo beginnt denn Präsenz überhaupt? Wo beginnt Präsenz für dich?

Präsenz beginnt nach meiner Auffassung, bei deinem Non-verbalen Verhalten!

Du erkennst an der Körperhaltung und Mimik von einer anderen Person Ihre Stimmung. Sind die Schultern eher nach vorne genommen, der Kopf gesenkt, ist davon auszugehen, dass die Person eher traurig ist. Strahlt jemand und geht aufrecht, dann nimmst du Ihn als fröhlich wahr.

Was tust denn du JETZT gerade mit deinem Körper?

Wie sitz du denn gerade da? Oder gehst umher? Bist du eher aufrecht, oder in dich zusammengesunken. Offene Beinhaltung oder eher verschlossen? Schaffst du dir Raum, oder bist du eher klein in deinem Auftreten?

Möglicherweise kennst du es auch, dass wenn es dir schlecht geht, deine Körperhaltung eher so ist, dass du dich klein machst. Deine Gesten eher klein sind, du den Blickkontakt zu anderen meidest oder du dich einfach zurückziehst.

Alles nicht ganz optimale Voraussetzungen, um präsent, charismatisch und energiegeladen zu wirken, oder?

Ich hatte neulich erst wieder so einen Tag, an dem irgendwie gefühlt alles schiefzulaufen schien. Stelle dir vor, wenn es morgens schon losgeht. Die Dusche am Morgen entpuppt sich als eiskalte Gebirgsquelle, so dass die geliebte morgendliche, heiße Dusche im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fällt. Es geht weiter und Zahnpasta landet im Waschbecken, zudem ist der Kaffee leer und du bist mal wieder knapp dran… Großartiger Start in den Tag. Dann kommst du ins Büro und wirst direkt zum Chef zitiert! Und dass, wo du doch nochmal deine Präsentation durchgehen wolltest…

Wie fühlst du dich? Wäre es Zeit für einen Powerschub?

In den nächsten paar Minuten, möchte ich dir eine Idee geben, wie du dich allein durch deine Körperhaltung kraftvoller fühlen kannst.

Bist du ein Sportler? Oder hast du Sport schonmal im Fernsehen gesehen? Wie ist denn die Körperhaltung, wenn ein Läufer als erstes durchs Ziel kommt? Er reißt seine Arme hoch und jubelt! oder wie jubeln Fußballer, wenn Sie ein Tor geschossen haben? Sie strecken Ihre Brust raus, reißen die Arme nach hinten und Stürmen brüllen übers Feld. Was denkst du, wie fühlen sich all diese Menschen in diesen Momenten?

Unbesiegbar! Stark! Energiegeladen! Selbstsicher! Präsent!

Und wie sieht es aus, wenn du in die Tierwelt schaust?

Stell dir ein Pfau vor…, wenn er einer Dame imponieren möchte, was tut er, er richtet sein Rad auf! Die prächtigen Farben und die Größe erzeugt Aufmerksamkeit.

Oder eine Katz. Hast du schon einmal zwei Katzen beobachtet, wenn Sie kämpfen. Sie machen einen Buckel, um größer zu erscheinen. Ein Gorilla möchte er Kraft demonstrieren, was tut er? Er schwellt seine Brust und richtet sich auf!

Und jetzt nochmal zurück zu dir. Der Tag hat doof gestartet, deine Präsentation konntest du auch nicht erneut durchgehen – der Druck steigt! Kennst du das Gefühl? Angst zu versagen… unwohl sein. Wie wäre es, wenn du dich jetzt fühlen könntest, wie der Fußballer auf dem Feld, nach einem Treffer? Oder nach einem Sieg beim Laufen? Unbesiegbar! Stark! Energiegeladen! Selbstsicher! Präsent!

Dieses innerliche und äußerliche „klein“ machen, wie wirkt sich das, auf dein Charisma, deine Kompetenz und auf deine Präsenz aus? Und welche Folgen hat das für deine Stimmung?

Ich möchte dir von einem spannenden Experiment berichten, wobei die Ergebnisse umstritten sind. Ich für mich jedoch die Methode getestet habe und für mich funktioniert das Ganze… darum möchte ich dir, diese Methode nicht vorenthalten.

Amy Cuddy – eine Sozialpsychologin aus den USA, hat sich intensiv mit Thema der Auswirkung von Körperhaltung und Wirkung beschäftigt. Sie spricht in diesem Zusammenhang von „Power Posing“ andere Speaker und Trainer sprechen von Heldenposen – was ich als eine fantastische Metapher empfinde. Welcher Superheld würdest du sein? Superman? Catwoman? Tom Raider? Oder vielleicht doch Spiderman?  😉

Amy Cuddy jedenfalls, beschreibt mit „Powerposing“ alle offenen, dominanten und ausladenden Gesten. Dazu ein Beispiel. Stell dir vor du sitzt am Tisch. Die Hände hinter dem Kopf verschränkt, zurückgelegt und die Beine lässig überschlagen auf dem Tisch. Stell es dir mal vor. Wie fühlt es sich an? Eher schüchtern oder schon beinahe überlegen? Jetzt stell dir mal vor du machst das auch noch im Büro von deinem Chef?

Amy Cuddy fand heraus, dass Menschen, die solche offenen Gesten, und ein starkes Verhalten an den Tag legen, mehr Testosteron im Blut haben und im Umkehrschluss, weniger Cortisol… Dazu solltest du wissen, dass Testosteron für Dominanz, Selbstsicherheit, Macht aber auch Aggression steht. Hingegen ist Cortisol ein Stresshormon.

Amy Cuddy wollte nun herausfinden, ob es auch möglich ist, das Ganze herumzudrehen. Quasi „so tun als ob…“ Die Frage war also, ob es möglich ist, sich durch bewusstes einsetzen von „Powerposing“, den Hormonspiegel und somit die Wirkung nach außen, merklich, zu beeinflussen?!

Es wurden mehrere Experimente gemacht und eines fand ich besonders interessant. Ein Teil der Probanden wurden angehalten, 2 Minuten (nur 2 MINUTEN!) Powerposing zu machen, der andere Teil saß in sich zusammengesunken da. Vor und nach dem Experiment, wurden Proben bei den Probanden genommen, um den Testosteron- und Cortisolspiegel zu ermitteln. Dann hat man diese Probanden in Stress versetzt, in dem Ihnen gesagt wurde, Sie müssen einen 5-minütigen Vortrag, vor einer Jury, über Ihren Traumjob halten. Um das Ganze zu verschärfen, saß die Jury ohne jegliche Gefühlsregung vor den Vortragenden, zudem wurde die Präsentation gefilmt.

Für dich ist das möglicherweise nicht so das Drama, doch dieses Szenario bedeutet für die meistens Menschen da draußen Stress.

Im Anschluss wurden diese Aufnahmen Unternehmern gezeigt, die diese dahingehend bewerten sollten, ohne mehr über die Person zu wissen, wen Sie einstellen würden und wenn nicht. Durch die Bank weg, wurden die Probanden empfohlen, die sich zuvor Powerposing gemacht hatten.

Bei den Test´s kam heraus, dass der Testosteronspiegel, allein durch das Powerposing signifikant angestiegen und der Cortisolspiegel gesunken war.

Was bedeutet das nun für dich?

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, bevor ich eine Bühne betrete oder ein Seminar abhalte, bin ich vorher für 2 Minuten auf der Toilette verschwunden, einfach nur um mich aktiv aufzurichten, mich groß zu machen und mich quasi in eine wirkungsvolle Stimmung zu bringen. Und dabei ist es völlig egal ob es mir gerade grundlegend gut oder schlecht geht… Gerade, wenn ich so richtig nervös bin, hilft mir diese Methode, mich einzunorden.

Wenn du also ein noch kraftvolleres, noch selbstsicheres und noch anziehenderes Auftreten haben möchtest, nutze für dich Powerposing! Mach dich groß. Nimm deinen Raum durch weite Gesten und durch eine aufrechte Körperhaltung ein. Du wirst über die Wirkung verblüfft sein!

Wir können uns nicht großartig fühlen, wenn wir uns klein machen… Nicht nur Hormone folgen unserer Haltung, sondern auch unsere Gefühle folgen unserer Haltung!

Offensichtlich kommt es nicht so sehr auf den Inhalt und das Gesagt an, als vielmehr auf deine Präsenz und Wirkung!

Ausstrahlung baut Brücken – Brücken bauen Beziehungen – Beziehung gibt uns Präsenz und

Präsenz schlägt Wissen!

begeisternde Grüße Nadine