Schonmal etwas von Präsentorik gehört?

Dahinter verbirgt sich die Gesamtheit der Rhetorik, Wirkung
und Aufbau einer Präsentation. Es geht dabei um 4 Schwerpunkte.

  1. Präsenz
  2. Prägnanz
  3. Beziehung
  4. Botschaft

Alles zusammen, bildet die Präsentorik – das Gerüst einer
sprachlich, inhaltlich und nicht zu Letzt, darstellerisch, optimal geschliffenen
Präsentation.

Stellt euch mal folgendes vor. Im alten Rom gab es doch
solche Gebäude mit diesen riesigen, imposanten Säulen. Diese standen zumeist
auf einem stabilen Fundament und obenauf war eine Art Dach. Hast du das Bild?

Angenommen die 4 Punkte von vorhin, also

  1. Präsenz
  2. Prägnanz
  3. Beziehung
  4. Botschaft

Stellen die Säulen dar. Euer Fachwissen bildet das Fundament
und das Dach selbst, ist in dem Fall die Präsentorik!

Wackelt jetzt einer der 4 Säulen stürzt unser Bauwerk zwar
noch nicht ein, jedoch wird es instabil. Umso wichtiger sich alle vier Bereiche
mal etwas genauer anzuschauen!

Heute starte ich mit der ersten Säule – der Präsenz!

In den letzten beiden vergangenen Podcast, habe ich dir eine
Idee gegeben, wie du zukünftig eine Präsentation starten kannst, um dein
Publikum von der ersten Sekunde an abzuholen.

Dafür bedarf es ganz klar Präsenz!

Was ist denn Präsenz überhaupt?

Präsenz ist deine Strahlkraft! Dann, wenn du durch deine
bloße Anwesenheit wirkst. Hört sich ja fast simple an, oder? Wie ist es denn
bei dir so? Wirkst du schon oder überzeugst du noch?

Wir mögen Menschen mit einer Ausstrahlung, die selbstbewusst
sind und da vorne stehen, als wäre es das normalste der Welt! Die Sicherheit ausstrahlen. Wie ist es jedoch meistens? Mal ehrlich, die wenigsten sind da „vorne“ in ihrer Komfortzone und selbst wenn, dann ist bei mindestens 90%, im Auftreten, noch Luft nach oben!

Falls du jetzt denkst, du müsstest eine **„Selbstbewusstseinsdusche“ ** nehmen, liegst du falsch. Gut, verkehrt ist es sicher nicht, sich mit diesem Thema Selbstbewusstsein zu befassen. Vielmehr geht es bei Präsenz um Authentizität und Natürlichkeit, kurzum deine **ECHTHEIT. ** Alles weitere ergibt sich dann beinahe von selbst. Warum Echtheit so wichtig ist?

Wie bei der Einleitung auch schon erwähnt, wir Menschen mögen es uns mit anderen zu verbinden! Das gelingt uns nun mal am ehesten, wenn
wir „ECHT“ sind. Wenn wir etwas von uns preisgeben. Wenn unsere ach so
professionell wirkende Fassade etwas bröckelt. Natürlich nicht so, dass wir das Gesicht oder unsere Position verlieren, aber so, dass wir menschlich wirken.

Wenn du also nervös bist vor einer Präsentation oder wenn
eben etwas schief geht… dann benenne die Dinge. Nichts ist schlimmer, als das Publikum im Dunkeln zu lassen. Deine Zuhörer machen sich Gedanken, gibst du ihnen keinen Input, dann legen sie sich die Dinge so zurecht, dass es für sie ein stimmiges Bild gibt!

Doch aufgepasst! Ein weiterer Aspekt ist, die Erwartung
deiner Zuhörer in Sachen Rollenbild. Gerade als Führungskraft ist es daher
wichtig, es mit der Offenheit nicht zu übertreiben. Dein Team, die anderen
Kollegen der Führungsebene erwarten ein gewisses Auftreten, einfach aus deiner Position heraus. Daher Vorsicht mit zu viel Selbstkundgabe, nicht, dass du dir noch ins eigene Knie schießt.

Zur Echtheit gehört auch, dass deine Handlungen und deine
Aussagen zusammenpassen. Auf schlau heißt das – du solltest kongruent sein. Anders ausgedrückt, wenn du z.B. als Führungskraft behauptest: „Ich habe immer ein offenes Ohr, ihr könnt mir alles sagen!“ und dein Team weiß genau, dass du bei einem Vorfall explodierst, dann ist das NICHT kongruent! Einfach nicht stimmig! Oder du sagst, dass du auf eine gesunde Ernährung achtest – Dein Erscheinungsbild jedoch nicht wirklich dazu passt. Auch das, ist NICHT kongruent.

Ich glaube du weißt was ich meine und dir fallen dazu bestimmt selbst zig Beispiele ein, wo Menschen Dinge behaupten und du genau weißt oder spürst, das fühlt sich jetzt nicht stimmig an. GENAU SO geht es deinen Zuhörern auch! Und nicht nur denen, deinem Team und deinem gesamten
Umfeld. Schnell kommt da die innere Haltung auf – „Lass denn mal reden!“ Ganz schlecht, wenn du etwas an andere vermitteln möchtest.

Die reinste Kontrolle also? Bitte nicht!

Zu handeln wie ein Roboter, ist ebenfalls NICHT sexy ist.
Das ist aufgesetzt! Vergleichst du das mit dem festziehen einer Schraube bedeutet das, nach zu kommt ab! Überdrehst du die Schraube, reißt sie eben ab. Und so ist es auch, wenn du anfängst dich „nur“ noch zu kontrollieren, dann erreichst du das Gegenteil von Aufmerksamkeit und Strahlkraft.

Merke dir – selbst jede Stärke wird durch Übertreibung zur
Schwäche! Mit der Präsenz verhält es sich genauso, wie mit der Sonne. In den Sonnenaufgang zu schauen ist herrlich, gegen Mittag in die strahlende Sonne zu schauen, hältst du kaum aus! Alles mit Maß und Ziel!

Persönliche Präsenz erreichst du, indem du dich selbst 100% auf das konzentrierst, was du gerade tust. Deine Zuhörer oder Gesprächspartner
spüren, wenn du gedanklich abschweifst. Ergo, wie so oft, fängt es bei dir
selbst an! Präsent für sich selbst sein bedeutet, sich zu kennen. Sich reflektieren z.B. zu ergründen, warum du die Gefühle bei der Aussage hast? Was geht dabei in dir vor? Wie könntest du reagieren?

Um sich selbst besser zu kennen und zu verstehen, gibt es viele Wege. Einer kann z.B. die in letzter Zeit beinah überall empfohlene Meditation sein. Als erster Schritt hilft einfach auch manchmal, sich die Zeit zu nehmen über Situationen nachzudenken. Und wenn von dir ad hoc eine Antwort oder Reaktion verlangt wird, dann fordere dir die Zeit zum Nachdenken ein, indem du z.B. sagst: „interessanter Einwurf, dazu möchte ich mir noch einen genaueren Überblick verschaffen, bevor ich mich dazu äußere, sprechen Sie mich in xy nochmal darauf an.“ Oder „Gute Frage, lassen Sie mich kurz mal überlegen!“

So behältst du deine Echtheit… ohne jemanden vorschnell vor
den Kopf zu stoßen.

Zu guter Letzt ist ein gewisses Maß an Dynamik während einer
Präsentation nötig, um präsent zu wirken. Nutze den Raum der dir zur Verfügung steht. Bist du eher der Typ der Wurzeln schlägt, dann gibt es eine großartige Methode. Nämlich „Bodenanker“. Eine Technik dazu ist die 4-MAT Methode. Hierbei geht es grundsätzlich um eine Technik, die als Leitfaden bei der Erstellung einer Präsentation dient, doch lassen sich die 4 Punkte übertragen auf deine Standorte. 4mat steht für folgende 4 Begriffe > WARUM? WIE? WAS? WOZU? Diese Frageworte kannst du nutzen, indem du dir eben diese 4 Worte gedanklich auf den Boden legst. Wenn du jetzt etwas zu dem entsprechenden Punkt sagst, begibst du dich an die Stelle, wo dieser Punkt „geankert“ ist… das mag sich jetzt kompliziert anhören, mit etwas Übung verinnerlichst du deine Anker ganz schnell und es hilft dir, etwas agiler in einer Präsentation zu sein.

Nochmal Zusammengefasst…

Als präsent wird derjenige wahrgenommen der…

  1. …authentisch und echt ist
  2. …in angebrachtem Maß, Preis gibt was gerade
    geschieht…
  3. …die Erwartungsrolle erfüllt
  4. …sich selbst kennt
  5. …seine Wirkung bis zu einem gewissen Grad im
    Griff hat
  6. dessen Aussagen und Handlungen stimmig sind
  7. …eine gewisse Dynamik an den Tag legt

Ich freue mich über deine Comments hier oder auf Instagram und Facebook unter der Adlerschmiede!

Nächste Woche erwartet dich mehr zu Präsentorik, dann mit Säule 2 – Prägnanz! Bis dahin, lass es dir gut gehen! und denke daran…

#auffallend.anders.agieren.

begeisterte Grüße Nadine