Ausschweifende Erzählungen, Redner die sich in Ihrem Thema verlieren, Zuhörer die abschalten, Präsentationen die mit Informationen überladen sind und Redner die mit Fachchinesisch um sich schmeißen… all das gehört zum täglichen Wahnsinn der schlechten Kommunikation.

Im heutigen Podcast #11, erfährst du in der zweiten Säule der Präsentorik, was du tun kannst, damit dir das nicht passiert. Säule 2 – Prägnanz

Prägnanz bedeutet so viel wie Griffigkeit, Exaktheit – beim Sprechen – in Kürze alles wichtige auf den Punkt bringen. 

Was solltest du beachten, um deine Präsentation, deine Rede oder ein Gespräch prägnant zu gestalten?

Dazu 3 Punkte!

  1. Gib deinen Zuhörern Orientierung und schaffe Transparenz
  2. Drück dich einfach aus – Lass Bilder in den Köpfen entstehen
  3. Fasse dich kurz – Komme zum Punkt

Punkt 1

Gib deinen Zuhörern Orientierung und schaffe Transparenz

Das ist jetzt nicht wirklich etwas Neues und doch habe ich schon Präsentationen erlebt, wo mir irgendwann der Überblick gefehlt hat, wo ich auf die Uhr geschaut habe und mich gefragt habe, was denn noch alles kommt?!  

Stell dir vor, du würdest bei einer organisierten Wanderung teilnehmen. Was würdest du alles wissen wollen?

+ Wie lange geht die Tour?

+ Wie ist die Strecke? Wie viele Kilometer und Höhenmeter?

+ Was brauchst du für eine Ausrüstung?

+ Wie ist es mit der Verpflegung

Und, und, und…

Um auch deine Zuhörer nicht im Dunkeln tappen zu lassen, sag Ihnen was auf sie zukommt, damit sie sich darauf einstellen können! Und wiederhole das auch, gib auf deiner „Route“ immer wieder an, wo ihr euch gerade befindet. Das schafft Klarheit und Transparenz! Wenn du mal mehr Zeit benötigst als gedacht, sag es! Nix ist schlimmer, als wenn du die eingeplante Zeit einfach überziehst! Beinahe so, als wenn du dich auf 10 Kilometer Wandern eingestellt hast und plötzlich sind es 11 oder noch mehr. Prinzipiell kein Ding, für deinen Kopf schon, kennst du das? So ist es mit überzogenen Seminaren, Präsentation oder Meetings. Es NERVT! Und schlechte Stimmung, lässt sich durch ansprechen leicht vermeiden.

Neben einer, im besten Fall sichtbaren Agenda auf dem Flipchart oder Handout, kannst du ganz einfach auch Zahlen zur Orientierungshilfe nutzen…

> „6 Punkte zum Thema Prägnanz!“

> „Die 3 besten Tipps für dein Auftreten…!“

> „10 Dinge, die du beim Personalgespräch unbedingt beachten solltest!“

Zu Punkt 2

Drück dich einfach aus und lasse Bilder in den Köpfen entstehen!

Gerade gut gebildete Menschen, Menschen die fit in ihrem Thema sind, merken oft gar nicht, dass sie mit Fachbegriffen um sich schmeißen. Oder Sie denken, dass viele Fachbegriffe etwas über die eigene Kompetenz aussagen, oder auch nicht? Viel wissen ist ja schön, doch sollte deine Massage auch ankommen, oder?

Die Frage ist, was ist dein Ziel deiner Rede? Zugegeben, hängt es natürlich auch von deinen Zuhörern ab. Ob ein Fachpublikum vor dir sitzt oder z.B. Schüler. Dennoch, willst du deinen Wortschatz präsentieren oder tatsächlich etwas zu vermitteln? Fazilitieren oder eben „einfach machen“ heißt die Devise!  So kannst du auch von einem Deliberationsgespräch sprechen, oder eben von einem Beratungsgespräch. Doch“ vielleicht tangiert dich das nur peripher!“ also „Das berührt/interessiert dich nur am Rande!“

Um Dinge zu vereinfach funktionieren auch Geschichten, Metaphern oder eben Bilder. So habe ich in meinen Seminaren zum Thema Konfliktgespräch, einen großen Würfel dabei… Wenn ich den ins Publikum halte und die Leute schauen darauf, dann haben Sie prinzipiell alle Recht mit dem was sie sagen zu sehen – aus Ihrer Perspektive. Jeder hat eine andere Perspektive und sieht etwas anderes, was zum Konflikt führen kann. Die Lösung ist also, offen dafür zu sein das Gegenüber zu verstehen und die eigene Perspektive zu erklären.

Das ist dir wahrscheinlich eh klar, doch es zu erleben ist einfach nochmal etwas anderes und wirkt mehr als das gesprochene Wort!

Punkt 3

Fasse dich kurz – was kannst du weglassen?

Es ist ja schon beinahe ein „Running Gag“, wenn jemand zu einer Rede ansetzt und sagt, heute habe ich Ihnen 99 Punkte mitgebracht in ca. 4 Stunden sind wir fertig… Gekichere im Publikum. Oder auch gern angebracht: „Keine Angst, ich fasse mich kurz!“ Solche Floskeln zeigen doch, dass wir keine Lust haben auf lange Ausschweifungen. Darum, mach es so knapp wie du kannst. Bringe die Dinge auf den Punkt! Auch wenn ein Thema 10 Punkte und mehr hat, reduziere deine Inhalte auf das Wesentliche und mache keine Wissenschaft daraus! Lieber nur 3 Punkte und die dafür etwas ausführlicher…

Und wie läuft es meistens? Bei der Vorbereitung fragen wir uns, was wir noch alles rein packen wollen in unsere Präsentation, denn das ist ja noch wichtig und das und das auch noch!

Die Frage die du dir stellen solltest ist: „Was kannst du noch herausstreichen?“ Ähnlich wie bei einem Bildhauer, der vor einem Felsblock steht und mit jedem Schlag den Kern der Skulptur herausarbeitet, bis eben ein PÄRZISES und PRÄGNANTES Ergebnis entsteht!

Wenn du nach einer Präsentation das Gefühl hast, das war jetzt ganz schön schnell rum, dann hat war die Länge zumeist genau richtig!

Nochmal in Kurzform

  1. Gib deinen Zuhörern Orientierung und schaffe Transparenz – Denk an die Eckdaten der Bergtour
  2. Drück dich einfach aus und lasse Bilder in den Köpfen entstehen – Denke an den Würfel, eine bildliche Sprache haftet länger
  3. Fasse dich kurz – Was kannst du weglassen? – Denke an den Bildhauer der den Felsblock bearbeitet.

Prägnanz ist die Würze in deiner Sprache!

Ich freu mich auf deine Meinung und Erfahrungen.

#rockyourday

begeisterte Grüße Nadine